LeiSA, Leichte Sprache im Arbeitsleben, war ein interdisziplinäres, partizipatives Forschungsprojekt an der Universität Leipzig, an dem gleich drei Institute beteiligt waren: Institut für Förderpädagogik, Institut für Germanistik, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health) und vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mit einer Laufzeit von vier Jahren (November 2014 – Januar 2018) gefördert wurde. Die Forschungsergebnisse liegen nun in gedruckter Form vor. Beteiligt waren an der Studie 110 Teilnehmen- de, 50 von ihnen im linguistischen Teilprojekt, „davon 30 mit sogenannter geistiger Behinderung und 20 funktionale Analphabeten“ und 60 Teilnehmer im förderpädagogisch-sozialwissenschaftlichen Teil, an drei verschiedenen Arbeitsorten, „20 aus der Werkstatt für Menschen mit Behinderung, 20 aus Beschäftigung auf Außenarbeitsplätzen der WfbM, 20 beschäftigt in integrativen Arbeitsverhältnissen“ (7). Da Sprache ein wichtiger Schlüssel für die Inklusion im Arbeitsleben der Menschen darstellt, sollte die deutsche Sprache maximal vereinfacht werden, damit auch Menschen mit einer Leseeinschränkung den Zugang zur Standardsprache bekommen und möglichst viele Texte lesen und verstehen können. Sehr oft ist die sprachliche Vereinfachung auch an eine optische Präsentation der Texte gekoppelt, was das Verstehen der Inhalte erleichtern soll. Der Band stellt keinen Leitfaden und auch kein Regelwerk, sondern eher eine sprach- wissenschaftliche Bestandsaufnahme dar. Was ,Leichte Sprache’ ausmacht und welche Intentionen sie verfolgen sollte, definieren die Projektleiter wie folgt: „,Leichte Sprache’ dient dazu, Kommunikation für Personenkreise verständlich zu machen und barrierefrei aufzubereiten, die sonst von dieser Kommunikation ausgeschlossen wären“ (13). Präsentiert werden in einem ersten Teil (Kap. I-III) fünf Angemessenheitsfaktoren, an denen man sich beim Schreiben eines leichten Textes orientieren sollte (Kap. I), ausgewählte Forschungserkenntnisse zum Thema Leseverstehen und Verständlichkeit, die für das Thema von Bedeutung sind (Kap. II) und empirische Ergebnisse zur Frage Wie verständlich ist Leichte Sprache? (Kap. III). In einem weiteren zweiten und abschließenden Teil (Kap. IV-V) werden ausschnitthaft sowohl Ergebnisse aus anderen Studien zur Verständlichkeit von Wörtern, Sätzen, Texten, Typographie und Bildern vorgestellt (Kap. IV) als auch ein Ausblick und offene Fragen (Kap. V) fokussiert, die zum Dialog einladen. Der Band gibt nicht nur einen leicht verständlichen Einblick in die wichtigsten Forschungsergebnisse des Themas, sondern auch zahlreiche Empfehlungen für das eigene Erstellen von ,Leichte-Sprache’-Texten.

Bettina M. Bock, „Leichte Sprache“ – Kein Regelwerk. Sprachwissenschaftliche Ergebnisse und Praxisempfehlungen aus dem LeiSA-Projekt

Sandro Moraldo
2020

Abstract

LeiSA, Leichte Sprache im Arbeitsleben, war ein interdisziplinäres, partizipatives Forschungsprojekt an der Universität Leipzig, an dem gleich drei Institute beteiligt waren: Institut für Förderpädagogik, Institut für Germanistik, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health) und vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mit einer Laufzeit von vier Jahren (November 2014 – Januar 2018) gefördert wurde. Die Forschungsergebnisse liegen nun in gedruckter Form vor. Beteiligt waren an der Studie 110 Teilnehmen- de, 50 von ihnen im linguistischen Teilprojekt, „davon 30 mit sogenannter geistiger Behinderung und 20 funktionale Analphabeten“ und 60 Teilnehmer im förderpädagogisch-sozialwissenschaftlichen Teil, an drei verschiedenen Arbeitsorten, „20 aus der Werkstatt für Menschen mit Behinderung, 20 aus Beschäftigung auf Außenarbeitsplätzen der WfbM, 20 beschäftigt in integrativen Arbeitsverhältnissen“ (7). Da Sprache ein wichtiger Schlüssel für die Inklusion im Arbeitsleben der Menschen darstellt, sollte die deutsche Sprache maximal vereinfacht werden, damit auch Menschen mit einer Leseeinschränkung den Zugang zur Standardsprache bekommen und möglichst viele Texte lesen und verstehen können. Sehr oft ist die sprachliche Vereinfachung auch an eine optische Präsentation der Texte gekoppelt, was das Verstehen der Inhalte erleichtern soll. Der Band stellt keinen Leitfaden und auch kein Regelwerk, sondern eher eine sprach- wissenschaftliche Bestandsaufnahme dar. Was ,Leichte Sprache’ ausmacht und welche Intentionen sie verfolgen sollte, definieren die Projektleiter wie folgt: „,Leichte Sprache’ dient dazu, Kommunikation für Personenkreise verständlich zu machen und barrierefrei aufzubereiten, die sonst von dieser Kommunikation ausgeschlossen wären“ (13). Präsentiert werden in einem ersten Teil (Kap. I-III) fünf Angemessenheitsfaktoren, an denen man sich beim Schreiben eines leichten Textes orientieren sollte (Kap. I), ausgewählte Forschungserkenntnisse zum Thema Leseverstehen und Verständlichkeit, die für das Thema von Bedeutung sind (Kap. II) und empirische Ergebnisse zur Frage Wie verständlich ist Leichte Sprache? (Kap. III). In einem weiteren zweiten und abschließenden Teil (Kap. IV-V) werden ausschnitthaft sowohl Ergebnisse aus anderen Studien zur Verständlichkeit von Wörtern, Sätzen, Texten, Typographie und Bildern vorgestellt (Kap. IV) als auch ein Ausblick und offene Fragen (Kap. V) fokussiert, die zum Dialog einladen. Der Band gibt nicht nur einen leicht verständlichen Einblick in die wichtigsten Forschungsergebnisse des Themas, sondern auch zahlreiche Empfehlungen für das eigene Erstellen von ,Leichte-Sprache’-Texten.
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