Ausgehend von der Erkenntnis, dass Nietzsche „trotz seines so tiefsinnigen und dichterischen Stils wiederholt Sprichwörter und sprichwörtliche Redensarten“ in sein Gesamtwerk integriert hat, haben Verf. den Versuch unternommen, ein komplettes Verzeichnis dieser „formelsprachlichen Textstellen“ in seinen philosophischen Schriften, Aphorismen, Fragmenten, Gedichten, Prosatexten und Briefen zusammenzustellen. Gedacht ist diese Studie als „Textdatenbank für weiterführende Arbeiten zum Werk Nietzsches aus dem bisher weitgehend vernachlässigten Blickwinkel seiner formelhaften Sprache“. Von A („immer ist ein B auf ein A gefolgt, niemals auf A ein non-B“) bis Zwiebel („Die Einsamkeit hat sieben Häute“ als Anspielung auf „Die Zwiebel hat sieben Häute“) besteht das Register aus 952 Stichwörtern mit 5.030 Belegen, die sich aus sprichwörtlichen Formulierungen, redensartlichen Bemerkungen, Redewendungen und Zitaten (u.a. aus der Bibel) zusammensetzen. Dem Register gehen 8 Kapitel voraus, in denen Verf. exemplarisch Eindrücke vermitteln, wie N. in den jeweiligen Textgattungen „sich vorgeprägte Sprachware zu seinen eigenen Zwecken aneignet“, um seine philosophisch-dichterischen Gedankengänge metaphorisch zu unterstreichen. Wie ein roter Faden scheint sich dabei der ironische, parodistische und satirische Gebrauch solch vorgeformten Wortmaterials zu ziehen, was für das kreative und individuelle Zitieren N.s steht und Verf. im Sinne der von ihm propagierten Umkehrung aller Werte deuten. Das Buch bietet eine eindringliche, gut lesbare, durch ausführliche Zitate belegte Einführung in ein bisher von der Nietzsche-Forschung vernachlässigtes Arbeitsfeld.

Andreas Nolte/Wolfgang Mieder: ‹Zu meiner Hölle will ich den Weg mit guten Worten pflastern›. Friedrich Nietzsches sprichwörtliche Sprache. Hildesheim [u. a.]: Olms 2012.

MORALDO, SANDRO
2012

Abstract

Ausgehend von der Erkenntnis, dass Nietzsche „trotz seines so tiefsinnigen und dichterischen Stils wiederholt Sprichwörter und sprichwörtliche Redensarten“ in sein Gesamtwerk integriert hat, haben Verf. den Versuch unternommen, ein komplettes Verzeichnis dieser „formelsprachlichen Textstellen“ in seinen philosophischen Schriften, Aphorismen, Fragmenten, Gedichten, Prosatexten und Briefen zusammenzustellen. Gedacht ist diese Studie als „Textdatenbank für weiterführende Arbeiten zum Werk Nietzsches aus dem bisher weitgehend vernachlässigten Blickwinkel seiner formelhaften Sprache“. Von A („immer ist ein B auf ein A gefolgt, niemals auf A ein non-B“) bis Zwiebel („Die Einsamkeit hat sieben Häute“ als Anspielung auf „Die Zwiebel hat sieben Häute“) besteht das Register aus 952 Stichwörtern mit 5.030 Belegen, die sich aus sprichwörtlichen Formulierungen, redensartlichen Bemerkungen, Redewendungen und Zitaten (u.a. aus der Bibel) zusammensetzen. Dem Register gehen 8 Kapitel voraus, in denen Verf. exemplarisch Eindrücke vermitteln, wie N. in den jeweiligen Textgattungen „sich vorgeprägte Sprachware zu seinen eigenen Zwecken aneignet“, um seine philosophisch-dichterischen Gedankengänge metaphorisch zu unterstreichen. Wie ein roter Faden scheint sich dabei der ironische, parodistische und satirische Gebrauch solch vorgeformten Wortmaterials zu ziehen, was für das kreative und individuelle Zitieren N.s steht und Verf. im Sinne der von ihm propagierten Umkehrung aller Werte deuten. Das Buch bietet eine eindringliche, gut lesbare, durch ausführliche Zitate belegte Einführung in ein bisher von der Nietzsche-Forschung vernachlässigtes Arbeitsfeld.
Sandro Moraldo
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