Vorl. Sammelband (entstanden in Zusammenhang mit einer Online stattgefundenen Tagung 2020) bietet eine spannende und vielfältige Auseinandersetzung mit invektiven Diskursen, d. h. Kommunikationsformen, die darauf abzielen, andere herabzusetzen, zu beleidigen oder auszugrenzen. Verschiedene Beiträge untersuchen die grundlegenden theoretischen Aspekte von Invektivität und Metainvektivität und beleuchten dabei die Bedeutung von Absicht und Normierung bei diskriminierenden Äußerungen. Zudem wird die Verwendung abwertender Bezeichnungen analysiert, die soziale Hierarchien und Vorurteile manifestieren. Es wird auch gezeigt, wie sprachliche Konstruktionen zur Herabsetzung dienen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf unbeabsichtigten invektiven Äußerungen und deren Resonanz im öffentlichen Raum, wodurch die unbewusste Wirkung von Sprache verdeutlicht wird. Besonders interessant ist die Untersuchung einer sozialen Figur, die durch invektive Zuschreibungen geprägt ist, sowie die Analyse von Invektiven im Kontext von Demonstrationen und Bürgerbeteiligung, die politische Konflikte widerspiegeln. Ein spezieller Fokus liegt zudem auf der Sprache im Genozid. Zeugnisse von Überlebenden geben dabei Einblicke in extreme Formen der Invektivität. Weitere Analysen beschäftigen sich mit invektiven Äußerungen im Umfeld von Fußballfans und deren sozialen Funktionen sowie mit der Vernetzung invektiver Diskurse, beispielsweise im Fall einer bekannten Persönlichkeit. Der Sammelband verdeutlicht, wie invektive Diskurse nicht nur Ausdruck von Konflikten sind, sondern auch Machtstrukturen reproduzieren und soziale Marginalisierung fördern können. Insgesamt zeigt es die Potenziale diskursanalytischer Methoden auf, um die komplexen Zusammenhänge zwischen Sprache, Gesellschaft und Macht sichtbar zu machen. Es ist eine wertvolle Lektüre für alle, die sich mit Sprachgebrauch, sozialer Kommunikation und Diskursanalyse beschäftigen.
Moraldo, S.M. (2025). Invective Discourse. Edited by Simon Meier-Vieracker, Heidrun Kämper and Ingo H. Warnke. Berlin [u. a.]: De Gruyter 2023 (Diskursmuster / Discourse Patterns; 34). GERMANISTIK, 66(1-2), 59-59.
Invective Discourse. Edited by Simon Meier-Vieracker, Heidrun Kämper and Ingo H. Warnke. Berlin [u. a.]: De Gruyter 2023 (Diskursmuster / Discourse Patterns; 34)
Sandro M. Moraldo
2025
Abstract
Vorl. Sammelband (entstanden in Zusammenhang mit einer Online stattgefundenen Tagung 2020) bietet eine spannende und vielfältige Auseinandersetzung mit invektiven Diskursen, d. h. Kommunikationsformen, die darauf abzielen, andere herabzusetzen, zu beleidigen oder auszugrenzen. Verschiedene Beiträge untersuchen die grundlegenden theoretischen Aspekte von Invektivität und Metainvektivität und beleuchten dabei die Bedeutung von Absicht und Normierung bei diskriminierenden Äußerungen. Zudem wird die Verwendung abwertender Bezeichnungen analysiert, die soziale Hierarchien und Vorurteile manifestieren. Es wird auch gezeigt, wie sprachliche Konstruktionen zur Herabsetzung dienen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf unbeabsichtigten invektiven Äußerungen und deren Resonanz im öffentlichen Raum, wodurch die unbewusste Wirkung von Sprache verdeutlicht wird. Besonders interessant ist die Untersuchung einer sozialen Figur, die durch invektive Zuschreibungen geprägt ist, sowie die Analyse von Invektiven im Kontext von Demonstrationen und Bürgerbeteiligung, die politische Konflikte widerspiegeln. Ein spezieller Fokus liegt zudem auf der Sprache im Genozid. Zeugnisse von Überlebenden geben dabei Einblicke in extreme Formen der Invektivität. Weitere Analysen beschäftigen sich mit invektiven Äußerungen im Umfeld von Fußballfans und deren sozialen Funktionen sowie mit der Vernetzung invektiver Diskurse, beispielsweise im Fall einer bekannten Persönlichkeit. Der Sammelband verdeutlicht, wie invektive Diskurse nicht nur Ausdruck von Konflikten sind, sondern auch Machtstrukturen reproduzieren und soziale Marginalisierung fördern können. Insgesamt zeigt es die Potenziale diskursanalytischer Methoden auf, um die komplexen Zusammenhänge zwischen Sprache, Gesellschaft und Macht sichtbar zu machen. Es ist eine wertvolle Lektüre für alle, die sich mit Sprachgebrauch, sozialer Kommunikation und Diskursanalyse beschäftigen.I documenti in IRIS sono protetti da copyright e tutti i diritti sono riservati, salvo diversa indicazione.


