Der Bd. bietet einen perspektivenreichen Ein- und Überblick über Geschichte, Theorie, Richtungen sowie Forschungsfelder der Komparatistik, deren methodisch-konzeptionelle Ausrichtung sich in den letzten Jahrzehnten mehrfach verändert und weiterentwickelt hat, heutzutage aber »unübersichtlich geworden (ist)« (XIII). Auf einen ersten Teil, in dem schwerpunktmäßig eine Begriffsbestimmung komparatistischer Zentraltermini wie ›Grenze‹ und ›Fremdheit‹ erfolgt und der Vergleich als Leitmethode der Komparatistik unter verschiedenen Perspektiven thematisiert wird, folgt ein zweiter Teil, der den Gegenstandsbereich des Faches historisch wie theoretisch ausdifferenziert. Ausgehend von Hutcheson Macaulay Posnett (1901) über Fernand Baldensperger (1921), Paul van Tieghem (1931), René Wellek (1953 und 1958), Henry Remak (1961/1971), René Etiemble (1962) und George Steiner (1995) bis zum [Charles] Bernheimer-Report (1993/1995) werden hier fundamentale Programmtexte von renommierten Komparatisten des 20. Jhs. präsentiert und kritisch hinterfragt, die die Vergleichende Literaturwissenschaft nachhaltig geprägt und ihr immer wieder neue Konturen verliehen haben. Ein abschließendes Kap. wirft mit der Präsentation des [Haun] Saussy- (2004/2006) und des [Ursula] Heise-Reports (2014-2015/2017) allerdings auch einen Blick auf die Komparatistik im 21. Jh., dem »Zeitalter von Zeitalterbeschleunigung und Zukunftspluralisierung« (233). Die gebotene Vielfalt der Fragestellungen und Ansätze leistet einen wertvollen Beitrag zum besseren Verständnis der facettenreichen Komparatistikgeschichte und eignet sich ideal als Seminargrundlage sowie als Überblickslektüre.
Moraldo, S.M. (2025). Zelle, Carsten: Geschichte der Komparatistik in Programmtexten. Grundbegriffe und Konzeptionen im 20. Jahrhundert – von Posnett bis Bernheimer. Berlin [u. a.]: De Gruyter 2024 (spectrum Literaturwissenschaft / spectrum Literature; 82). GERMANISTIK, 66(1-2), 190-191.
Zelle, Carsten: Geschichte der Komparatistik in Programmtexten. Grundbegriffe und Konzeptionen im 20. Jahrhundert – von Posnett bis Bernheimer. Berlin [u. a.]: De Gruyter 2024 (spectrum Literaturwissenschaft / spectrum Literature; 82)
Sandro M. Moraldo
2025
Abstract
Der Bd. bietet einen perspektivenreichen Ein- und Überblick über Geschichte, Theorie, Richtungen sowie Forschungsfelder der Komparatistik, deren methodisch-konzeptionelle Ausrichtung sich in den letzten Jahrzehnten mehrfach verändert und weiterentwickelt hat, heutzutage aber »unübersichtlich geworden (ist)« (XIII). Auf einen ersten Teil, in dem schwerpunktmäßig eine Begriffsbestimmung komparatistischer Zentraltermini wie ›Grenze‹ und ›Fremdheit‹ erfolgt und der Vergleich als Leitmethode der Komparatistik unter verschiedenen Perspektiven thematisiert wird, folgt ein zweiter Teil, der den Gegenstandsbereich des Faches historisch wie theoretisch ausdifferenziert. Ausgehend von Hutcheson Macaulay Posnett (1901) über Fernand Baldensperger (1921), Paul van Tieghem (1931), René Wellek (1953 und 1958), Henry Remak (1961/1971), René Etiemble (1962) und George Steiner (1995) bis zum [Charles] Bernheimer-Report (1993/1995) werden hier fundamentale Programmtexte von renommierten Komparatisten des 20. Jhs. präsentiert und kritisch hinterfragt, die die Vergleichende Literaturwissenschaft nachhaltig geprägt und ihr immer wieder neue Konturen verliehen haben. Ein abschließendes Kap. wirft mit der Präsentation des [Haun] Saussy- (2004/2006) und des [Ursula] Heise-Reports (2014-2015/2017) allerdings auch einen Blick auf die Komparatistik im 21. Jh., dem »Zeitalter von Zeitalterbeschleunigung und Zukunftspluralisierung« (233). Die gebotene Vielfalt der Fragestellungen und Ansätze leistet einen wertvollen Beitrag zum besseren Verständnis der facettenreichen Komparatistikgeschichte und eignet sich ideal als Seminargrundlage sowie als Überblickslektüre.I documenti in IRIS sono protetti da copyright e tutti i diritti sono riservati, salvo diversa indicazione.


