Mit seinem Welterfolg “Der Vorleser” wurde Bernhard Schlink zu einem der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller im In- und Ausland. Nicht unwesentlich dazu beigetragen hat sein Auftritt 1999 in der amerikanischen TV-Show Oprah’s Book Club. Er war der erste deutsche Schriftsteller, der von Amerikas berühmter Talkmasterin Oprah Winfrey in die Sendung eingeladen wurde, und musste einem ausgewählten Publikum zu “The Reader” Rede und Antwort stehen. Mit einem Schlag wurde er auch auf der internationalen literarischen Bühne bekannt, das Buch auch in Deutschland ein Kultbuch, in den USA ein Renner. Inzwischen gehört “Der Vorleser”, insbesondere aufgrund der Strafverfolgung von NS-Verbrechen, zur Unterrichtslektüre an deutschen Schulen. Doch lässt sich der literarische Erfolg nur bedingt mit der brisanten Thematik erklären. Schlinks Roman überzeugt vor allem auch sprachlich. In wenigen Werken hat die Auseinandersetzung der zweiten Nachkriegsgeneration mit den Vätern und deren Verstrickung in den Holocaust eine so eindringliche Vergegen¬wärtigung gefunden wie in dem 1995 erschienenen Roman. Schlink erzählt die Geschichte der Liebesbeziehung zwischen einem Schüler und einer um 21 Jahre älteren Frau, die als ehe¬ma¬lige KZ-Wär¬terin entlarvt wird, überaus unaufdringlich und subtil, und zeigt seine Fähigkeit, mit den Mitteln eines äußerst ökonomischen, auf jeden Moralismus verzichtenden Realismus, dicht und spannend zu erzählen. Der Artikel gibt einen umfassenden Überblick über Leben, Werk und Kritik des Autors.

Bernhard Schlink

MORALDO, SANDRO
2009

Abstract

Mit seinem Welterfolg “Der Vorleser” wurde Bernhard Schlink zu einem der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller im In- und Ausland. Nicht unwesentlich dazu beigetragen hat sein Auftritt 1999 in der amerikanischen TV-Show Oprah’s Book Club. Er war der erste deutsche Schriftsteller, der von Amerikas berühmter Talkmasterin Oprah Winfrey in die Sendung eingeladen wurde, und musste einem ausgewählten Publikum zu “The Reader” Rede und Antwort stehen. Mit einem Schlag wurde er auch auf der internationalen literarischen Bühne bekannt, das Buch auch in Deutschland ein Kultbuch, in den USA ein Renner. Inzwischen gehört “Der Vorleser”, insbesondere aufgrund der Strafverfolgung von NS-Verbrechen, zur Unterrichtslektüre an deutschen Schulen. Doch lässt sich der literarische Erfolg nur bedingt mit der brisanten Thematik erklären. Schlinks Roman überzeugt vor allem auch sprachlich. In wenigen Werken hat die Auseinandersetzung der zweiten Nachkriegsgeneration mit den Vätern und deren Verstrickung in den Holocaust eine so eindringliche Vergegen¬wärtigung gefunden wie in dem 1995 erschienenen Roman. Schlink erzählt die Geschichte der Liebesbeziehung zwischen einem Schüler und einer um 21 Jahre älteren Frau, die als ehe¬ma¬lige KZ-Wär¬terin entlarvt wird, überaus unaufdringlich und subtil, und zeigt seine Fähigkeit, mit den Mitteln eines äußerst ökonomischen, auf jeden Moralismus verzichtenden Realismus, dicht und spannend zu erzählen. Der Artikel gibt einen umfassenden Überblick über Leben, Werk und Kritik des Autors.
Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur
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Sandro M. Moraldo
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