Editorial: Politolinguistik kontrastiv Im September 2019 kamen Linguist*innen aus Italien und Deutschland zusammen, um über Möglichkeiten und Grenzen einer internationalen kontrastiven Politolinguistik zu diskutieren. Unter dem Titel Diskurs- und Kommunikationsstrategien bei den Parlamentswahlen in Deutschland und Italien fand ein zweitägiges Symposium in der schönen Atmosphäre der Villa Vigoni in Menaggio am Comer See statt. Thematischer Ausgangspunkt der Diskussionen waren die Wahlen in Deutschland (September 2017) und Italien (März 2018). Bereits im Vorfeld der Wahlen wurden nicht von ungefähr in Deutschland wie in Italien Befürchtungen über ein Erstarken rechtsnationaler bzw. -populistischer Strömungen geäußert. Die Wahlergebnisse zeigen, dass diese Befürchtungen berechtigt waren. Nationalstaatlich-konservative Grundsatzprogramme rechtspopulistischer Gruppierungen, wie etwa das der Alternative für Deutschland (AfD) und der Lega (früher Lega Nord), wurden ‚unters Volk gebracht’. Sie erwecken zwar teilweise den Eindruck demokratischer Ausgewogenheit, sind aber nichts weiter als rassistisch kodierte Äußerungen, die ein breites Spektrum an populistischen Kräften und Bewegungen mobilisieren sollen. Letztlich dienen sie dazu, potentielle Wähler*innen aus einem rechten bzw. rechtsextremen Spektrum zu erreichen. Deswegen müssen Begriffskarrieren, Argumentationsmuster, semantische Strategien, rhetorische Mittel u.a.m. gerade aus politolinguistischer Sicht kritisch hinterfragt werden. Diesem Ziel widmete sich das Symposium. Einige der an den Diskussionen in Menaggio beteiligten Politolinguist*innen haben ihre Überlegungen und Analysen zu Aufsätzen ausgearbeitet, die in diesem Themenheft zusammengefasst werden.

Editorial: Politolinguistik kontrastiv

Sandro Moraldo
2021

Abstract

Editorial: Politolinguistik kontrastiv Im September 2019 kamen Linguist*innen aus Italien und Deutschland zusammen, um über Möglichkeiten und Grenzen einer internationalen kontrastiven Politolinguistik zu diskutieren. Unter dem Titel Diskurs- und Kommunikationsstrategien bei den Parlamentswahlen in Deutschland und Italien fand ein zweitägiges Symposium in der schönen Atmosphäre der Villa Vigoni in Menaggio am Comer See statt. Thematischer Ausgangspunkt der Diskussionen waren die Wahlen in Deutschland (September 2017) und Italien (März 2018). Bereits im Vorfeld der Wahlen wurden nicht von ungefähr in Deutschland wie in Italien Befürchtungen über ein Erstarken rechtsnationaler bzw. -populistischer Strömungen geäußert. Die Wahlergebnisse zeigen, dass diese Befürchtungen berechtigt waren. Nationalstaatlich-konservative Grundsatzprogramme rechtspopulistischer Gruppierungen, wie etwa das der Alternative für Deutschland (AfD) und der Lega (früher Lega Nord), wurden ‚unters Volk gebracht’. Sie erwecken zwar teilweise den Eindruck demokratischer Ausgewogenheit, sind aber nichts weiter als rassistisch kodierte Äußerungen, die ein breites Spektrum an populistischen Kräften und Bewegungen mobilisieren sollen. Letztlich dienen sie dazu, potentielle Wähler*innen aus einem rechten bzw. rechtsextremen Spektrum zu erreichen. Deswegen müssen Begriffskarrieren, Argumentationsmuster, semantische Strategien, rhetorische Mittel u.a.m. gerade aus politolinguistischer Sicht kritisch hinterfragt werden. Diesem Ziel widmete sich das Symposium. Einige der an den Diskussionen in Menaggio beteiligten Politolinguist*innen haben ihre Überlegungen und Analysen zu Aufsätzen ausgearbeitet, die in diesem Themenheft zusammengefasst werden.
Aptum 17/01.2021: Politolinguistik kontrastiv
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2
Sandro Moraldo Thomas Niehr
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