Gegenstand unserer Darstellung ist das Interviewkorpus von Anne Betten mit der 1. Generation deutschsprachiger Emigranten in Israel, d. h. biographische Interviews mit deutschstämmigen Israelis, die meistens in den 30er Jahren nach Palästina auswanderten. Biographische Interviews enthalten eine Vielzahl von erzählten Lebensgeschichten, die aus häufig miteinander verbundenen oder aufeinander verweisenden Geschichten bestehen, aber oft – typisch für das Erinnern – nicht linear verbunden sind. Wie mehrfach in Untersuchungen zum Konzept der narrativen Identität gezeigt wurde, ist die Erzählung der eigenen Lebensgeschichte als Prozess des Erinnerns eng mit der (Konstruktion) einer eigenen Identität verbunden. Bei der Rekonstruktion der Vergangenheit stellt das Ich aus der heutigen Perspektive Verbindungen zu früheren Stufen des Ichs und dessen Erfahrungen und Erlebnissen her.4 Deshalb verstehen wir hier den Prozess des Erinnerns zusammen mit Aleida Assmann nicht primär als Verfahren des Speicherns, sondern als vis, als Kraft, mit der erinnernd die Lebensgeschichte der Person mit der historischen Vergangenheit verknüpft wird.

Wurzeln, Schnitte, Webemuster. Textuelles Emotionspotential von Erzählmetaphern am Beispiel von Anne Bettens «Emigrantendeutsch in Israel»

THUNE, EVA-MARIA CHRISTINA CHARLOTTE;
2011

Abstract

Gegenstand unserer Darstellung ist das Interviewkorpus von Anne Betten mit der 1. Generation deutschsprachiger Emigranten in Israel, d. h. biographische Interviews mit deutschstämmigen Israelis, die meistens in den 30er Jahren nach Palästina auswanderten. Biographische Interviews enthalten eine Vielzahl von erzählten Lebensgeschichten, die aus häufig miteinander verbundenen oder aufeinander verweisenden Geschichten bestehen, aber oft – typisch für das Erinnern – nicht linear verbunden sind. Wie mehrfach in Untersuchungen zum Konzept der narrativen Identität gezeigt wurde, ist die Erzählung der eigenen Lebensgeschichte als Prozess des Erinnerns eng mit der (Konstruktion) einer eigenen Identität verbunden. Bei der Rekonstruktion der Vergangenheit stellt das Ich aus der heutigen Perspektive Verbindungen zu früheren Stufen des Ichs und dessen Erfahrungen und Erlebnissen her.4 Deshalb verstehen wir hier den Prozess des Erinnerns zusammen mit Aleida Assmann nicht primär als Verfahren des Speicherns, sondern als vis, als Kraft, mit der erinnernd die Lebensgeschichte der Person mit der historischen Vergangenheit verknüpft wird.
Auf den Spuren der Schrift. Israelische Perspektiven einer internationalen Germanistik.
229
246
E.M. Thune; S. Leonardi
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