Der für den 22. Oktober 2010 an der Università degli Studi die Bari Aldo Moro geplante Studientag mit dem Titel "Gesprochene Sprache im interkulturellen Fremdsprachenunterricht" beabsichtigte, an zwei aktuelle Diskussionsfelder anzuknüpfen: Einmal handele es sich darum, das derzeit vorherrschende Paradigma der Interkulturalität für den Fremdsprachenunterricht zu fokussieren und dabei auf aktuelle und praxisrelevante Forschungsaspekte Bezug zu nehmen. Zum anderen stand der Forschungsbereich der Gesprochenen Sprache, der in den letzten Jahren außerordentlich an Bedeutung gewonnen hat, im Zentrum der Beiträge. Mit Blick auf den fremdsprachlichen Deutschunterricht in Italien wurde somit grundsätzlich der Frage nachgegangen, welche Lerninhalte und methodischen Wege sich bis heute als besonders geeignet erwiesen haben, interkulturelle Handlungskompetenzen gezielt zu fördern und welchen Stellenwert darüber hinaus die Gesprochene Sprache in einem interkulturell ausgerichteten DaF-Unterricht hat bzw. haben sollte. Dies ist vor allem deshalb von großem Interesse, weil der fremdsprachliche Deutschunterricht sich trotz der ‚kommunikativen Wende’ nach wie vor sehr stark auf Schriftlichkeit stützt und schriftsprachliche Normen zum allgegenwärtigen Bezugspunkt macht, was sich beispielsweise an Hand der Konstruktion vieler Lehrwerksdialoge feststellen lässt. Es betrifft aber auch den oft mangelnden Einsatz authentischer gesprochener Sprache im Unterricht, wozu u. a. auch ethnolektale, jugendsprachliche und dialektale Varietäten des Deutschen zählen. Im Rahmen des Studientags wurden vor diesem Hintergrund folgende Fragen reflektiert: a. Was heißt gesprochene Sprache in Bezug auf das Deutsche (ausgewählte Phänomene aus der Grammatik der gesprochenen Sprache)? b. Brauchen wir eine Grammatik der gesprochenen Sprache? c. Welche Aspekte gesprochener Sprache sind im Rahmen einer interkulturell ausgerichteten Fremdsprachendidaktik besonders relevant? d. Wie kann gesprochene Sprache im interkulturellen DaF-Unterricht vermittelt werden (methodische Zugänge, Materialien)? e. Welchen Stellenwert hat das Sprechen bzw. die Sprecherziehung im interkulturellen Lehr-/Lernprozess? Der Studientag versand sich als Fortsetzung einer Reihe ähnlicher Veranstaltungen, die in den letzten Jahren an verschiedenen italienischen Universitäten (Ferrara 2007, Bari, 2008, Mailand 2009, Macerata/Urbino 2009) durchgeführt wurden. Das Ziel war und ist, eine zeitlich konzentrierte, intensive Aus- und Weiterbildungsmöglichkeit sowie ein gemeinsames Diskussionsforum für Lernende und Lehrende von Schule und Hochschule zu schaffen. Als Organisationsform hat es sich bewährt, den Vormittag für Plenarvorträge zu reservieren und am Nachmittag die aktive Mitarbeit der Teilnehmenden sowie eine Vertiefung einzelner Fragestellungen im Anschluss an die Vorträge im Rahmen von Workshops zu ermöglichen. Eine Publikation der Beiträge ist in der Reihe “Interkulturelle Perspektiven in der Sprachwissenschaft und ihrer Didaktik”, die von U. Reeg, C. Ehrhardt und U. A. Kaunzner beim Waxmann Verlag (Münster) herausgegeben wird, geplant.

La Lingua parlata nell'insegnamento interculturale del tedesco come lingua straniera

MORALDO, SANDRO;
2010

Abstract

Der für den 22. Oktober 2010 an der Università degli Studi die Bari Aldo Moro geplante Studientag mit dem Titel "Gesprochene Sprache im interkulturellen Fremdsprachenunterricht" beabsichtigte, an zwei aktuelle Diskussionsfelder anzuknüpfen: Einmal handele es sich darum, das derzeit vorherrschende Paradigma der Interkulturalität für den Fremdsprachenunterricht zu fokussieren und dabei auf aktuelle und praxisrelevante Forschungsaspekte Bezug zu nehmen. Zum anderen stand der Forschungsbereich der Gesprochenen Sprache, der in den letzten Jahren außerordentlich an Bedeutung gewonnen hat, im Zentrum der Beiträge. Mit Blick auf den fremdsprachlichen Deutschunterricht in Italien wurde somit grundsätzlich der Frage nachgegangen, welche Lerninhalte und methodischen Wege sich bis heute als besonders geeignet erwiesen haben, interkulturelle Handlungskompetenzen gezielt zu fördern und welchen Stellenwert darüber hinaus die Gesprochene Sprache in einem interkulturell ausgerichteten DaF-Unterricht hat bzw. haben sollte. Dies ist vor allem deshalb von großem Interesse, weil der fremdsprachliche Deutschunterricht sich trotz der ‚kommunikativen Wende’ nach wie vor sehr stark auf Schriftlichkeit stützt und schriftsprachliche Normen zum allgegenwärtigen Bezugspunkt macht, was sich beispielsweise an Hand der Konstruktion vieler Lehrwerksdialoge feststellen lässt. Es betrifft aber auch den oft mangelnden Einsatz authentischer gesprochener Sprache im Unterricht, wozu u. a. auch ethnolektale, jugendsprachliche und dialektale Varietäten des Deutschen zählen. Im Rahmen des Studientags wurden vor diesem Hintergrund folgende Fragen reflektiert: a. Was heißt gesprochene Sprache in Bezug auf das Deutsche (ausgewählte Phänomene aus der Grammatik der gesprochenen Sprache)? b. Brauchen wir eine Grammatik der gesprochenen Sprache? c. Welche Aspekte gesprochener Sprache sind im Rahmen einer interkulturell ausgerichteten Fremdsprachendidaktik besonders relevant? d. Wie kann gesprochene Sprache im interkulturellen DaF-Unterricht vermittelt werden (methodische Zugänge, Materialien)? e. Welchen Stellenwert hat das Sprechen bzw. die Sprecherziehung im interkulturellen Lehr-/Lernprozess? Der Studientag versand sich als Fortsetzung einer Reihe ähnlicher Veranstaltungen, die in den letzten Jahren an verschiedenen italienischen Universitäten (Ferrara 2007, Bari, 2008, Mailand 2009, Macerata/Urbino 2009) durchgeführt wurden. Das Ziel war und ist, eine zeitlich konzentrierte, intensive Aus- und Weiterbildungsmöglichkeit sowie ein gemeinsames Diskussionsforum für Lernende und Lehrende von Schule und Hochschule zu schaffen. Als Organisationsform hat es sich bewährt, den Vormittag für Plenarvorträge zu reservieren und am Nachmittag die aktive Mitarbeit der Teilnehmenden sowie eine Vertiefung einzelner Fragestellungen im Anschluss an die Vorträge im Rahmen von Workshops zu ermöglichen. Eine Publikation der Beiträge ist in der Reihe “Interkulturelle Perspektiven in der Sprachwissenschaft und ihrer Didaktik”, die von U. Reeg, C. Ehrhardt und U. A. Kaunzner beim Waxmann Verlag (Münster) herausgegeben wird, geplant.
Sandro M. Moraldo; Ulrike Reeg; Pasquale Gallo; Ulrike Simon; Grazia Zagariello
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